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Mehr zwischen Himmel und Erde

Ein historisches Hotel zu besuchen, eröffnet die seltene Möglichkeit, sich in die Geschichte des Ortes und der Umgebung vertiefen zu können. Es braucht nur ein wenig Fantasie, um sich vorzustellen zu können, wie Bewohner und Gäste in der Vergangenheit in diesen Gebäuden gelebt haben.

Historische Gebäude, wie die, die jetzt als Hotels betrieben werden, sind oft mythen- und sagenumwoben. Es sind Ereignisse, die die Frage aufwerfen, ob es nicht doch mehr zwischen Himmel und Erde gibt, als der Verstand erklären kann.

So ist es auch auf Schloss Dronninglund. Hier erzählen sich die Gäste von einer alten Frau, die ab und zu eines der Zimmer im Schloss besucht. All diese Berichte vermitteln denselben Eindruck: Die alte Frau wacht über die Gäste, die sich nicht vor ihr fürchten, sondern im Gegenteil ein Gefühl der Sicherheit empfinden, wenn sie leise singt und ihnen über die Stirn streicht.

Den historischen Fakten nach verschwand tatsächlich einmal eine Priorin, die in der Klosterzeit dem Bischof Stygge Krumpen und seinen Lehnsoldaten den Zugang zum Schlafsaal der Nonnen verwehrte. Mit etwas Fantasie könnte man schlussfolgern, dass die Priorin hin und wieder zu Besuch kommt, um dafür zu sorgen, dass es ihren Nonnen gut geht.

Die graue Dame
Wie in allen guten Märchen hat natürlich auch Broholm sein eigenes Gespenst, das in den Zimmern der obersten Etage zuhause ist. Es ist eine graue Dame, die sich zum ersten Mal in der Zeit sehen ließ, als Hofjägermeister Jørgen Sehested 1929 bis 1977 Eigentümer des Herrenhofes war. Eines Morgens, als ein Gast sich rasierte, sah er plötzlich eine ältere Frau mit einem grauen Kleid im Spiegel. Er drehte sich um, um sie zu grüßen – aber sie war verschwunden. In dem Augenblick, in dem er wieder in den Spiegel sah, tauchte die neugierige graue Dame noch einmal auf, um die Rasur genauestens zu beobachten.

Ein Dauergast im Hjorths Hotel
Engel Kristine ist die kleine, gebeugte Frau im hellen Sommerkleid, die ihr kurzes Leben zu Beginn des 19. Jahrhunderts in dem alten Badehotel Hjorths Hotel verbrachte, bis sie der großen Grippewelle von 1918 erlag. Sie hinterließ vier Kinder und einen hilflosen Mann.

Engel Kristine taucht zu den merkwürdigsten Zeiten auf, sogar am helllichten Tag, als ob sie die Spielregeln für Geister nicht kennt. So geht sie ruhig und gebeugt, als ob sie eine schwere Last trägt, entlang der gelben Ostseite des Hotels, durch den Garten, an den Flügeltüren vorbei, um den Giebel herum und dann verschwindet sie genauso unmerklich, wie sie gekommen ist.
Donnerstag, Juli 22 2010